Reisebericht: Pilgerwandern bei tropischer Hitze

Gemäß dem Motto „Wir sind dann mal weg“, brach eine Gruppe von 10 Frauen, 2 Männern und 2 Hunden am Samstag, dem 08. August 2015, zum wiederholten Male zu einer fünftägigen Pilgerwanderung auf.

pilgerreise2015Teils mit Autos, teils mit der Bahn fuhren die Pilger aus Moosburg, Freising und München frühmorgens nach Eichstädt, wo die letztjährige Wanderung auf dem ostbayerischen Pilgerweg fortgesetzt wurde. Die größte Herausforderung war heuer die enorme Hitze mit Temperaturen von mehr als 30 Grad. Mit dem Aufstieg zur Frauenkapelle am späten Vormittag musste die Pilgerschar bereits die erste Hürde überwinden. Oben angekommen, hielt sie kurz inne und jeder bekam den ersten Stempel in den Pilgerausweis. Danach ging es ohne Anstieg Richtung Süden weiter, aber selbst in den Wäldern machte uns die Hitze zu schaffen. Zum Glück kam uns unterwegs unser Servicepersonal mit Wasser entgegen, so dass wir nicht verdursten mussten.

Erschöpft erreichten wir gegen 17 Uhr unser erstes Quartier, die Kaplanei in Bergen, ein kleiner Ort ohne Netzverbindung zur Welt. Welch eine himmlische Ruhe! Sehr beeindruckt hat uns die abendliche Führung des Ortspfarrers durch die wunderschöne Wallfahrtskirche mit Krypta. Am nächsten Morgen setzte die Gruppe ausgeruht und bei angenehmen Temperaturen die Wanderung fort, durchquerte bei Rennertshofen das Urstromtal der Donau, und da der letzte Teil der Etappe nur über aufgeheizte Wege und unter praller Sonne verlief, wurden die meisten Pilgerwanderer mit dem Auto zur nächsten Herberge in Marxheim transportiert. Nach einem deftigen Abendessen und anschließendem besinnlichen Beisammensein fielen wir erneut todmüde in die Betten. Der nächste Tag führte uns durch Wälder, an Feldrainen entlang über hügeliges Gelände nach Kaisheim mit dem imposanten Kloster (heute Jugendstrafanstalt) und zum Etappenziel Donauwörth mit einer sehenswerten Altstadt, die abends beim Bummeln sogar italienisches Flair verbreitete. Statt einer schlichten Pilgerherberge übernachteten wir dort in einem modernen, durchgestylten Hotel. Die letzten zwei Tage bescherten uns wieder die übliche tropische Hitze. Am Rande des Donaurieses wanderte die Gruppe weiter auf dem schwäbischen Pilgerweg nach Kloster Holzen, das schon von weitem auf einem Hügel zu sehen war. Unterwegs besichtigten wir noch zwei liebevoll restaurierte Wallfahrtskapellen. Die letzte Nacht verbrachten wir im Kloster Holzen in teils mondänen Zimmern und gestärkt durch ein herzhaftes Frühstück legten wir schwitzend die letzte Etappe nach Biberbach zurück. In der dortigen Wallfahrtskirche versammelten wir uns noch einmal im Angesicht einer prächtigen Statue des hl. Jakobus und sangen voller Dankbarkeit unser Pilgerlied.

Beim Rückblick auf die diesjährige Pilgerwanderung bleiben vor allem viele Begegnungen am Wegesrand im Gedächtnis: Das Gefühl, dass man trotz der tropischen Temperaturen das tägliche Ziel mehr oder weniger geschafft hat, die treuen Hunde als Begleiter, unser Servicepersonal, das uns nie im Stich ließ, Anwohner, die uns und unseren Hunden bereitwillig Wasser zu trinken gaben, der Mesner, der die Glocken seiner Kapelle zum Abschied läutete, das morgendliche Singen in Kirchen und die anregenden Gespräche innerhalb der Gruppe. Bedanken möchten wir uns noch einmal bei Ulrike Berberich und Gabriele Faber für ihr hervorragendes Engagement, bei Elisabeth, Sonja und Hubertus für den Fahrdienst und Gepäcktransport. Ein weiteres Dankeschön gilt auch der finanziellen Unterstützung durch den Verein „Christoph und Maria.“