Reisebericht: Eine eindrucksvolle Pilgerwanderung auf dem ostbayerischen Jakobsweg

Wie jedes Jahr hat eine Gruppe ehemaliger Krebspatienten aus dem Landkreis Freising Ende August eine sechstägige Pilgerwanderung unternommen. Diesmal ging es nicht nach Süden, sondern Richtung Norden auf den ostbayerischen Pilgerweg.

Die Gruppe, bestehend aus elf Frauen und zwei Männern, startete in Regensburg mit einer Stadtführung und nach dem Pilgersegen in der Schottenkirche ging es weiter bis nach Sinzing, wo sich das erste Nachtquartier befand. Am nächsten Morgen machten wir uns bei Sonnenschein gut gelaunt auf den Weg, durchquerten in mäßigem Tempo meist hügeliges Gelände mit wunderschönen Ausblicken und kamen nach 20 Kilometern doch etwas abgekämpft in Kelheim an. Trotz des langen Marsches hatten wir nach dem Abendessen noch die Kraft, an einer interessanten privaten Stadtführung teilzunehmen.

Am Tag darauf lag wieder eine 20 km lange Strecke vor uns. Um uns etwas zu schonen, bestiegen wir ein Schiff, das uns durch den imposanten Donaudurchbruch mit steilen Felswänden zum Kloster Weltenburg brachte. Nach Besichtigung der reizvoll gelegenen Klosteranlage mit der berühmten Asamkirche, setzten wir mit einer Fähre auf das andere Flussufer über. Frohgemut pilgerten wir weiter über Hügel, Täler und durch herrliche Laubwälder entlang des Limes bis Altmannstein, dem Geburtsort des berühmten barocken Bildhauers Ignaz Günther. Dort bezogen wir unser nächstes Quartier. Diese Etappe kostete erneut viel Kraft, doch die gute Küche und liebevolle Betreuung der Wirtsleute richteten uns wieder auf. So konnten wir nach einer durchregneten Nacht gestärkt und zuversichtlich den Weg bei Sonnenschein nach Lenting fortsetzen.

Weite Strecken ging es durch den Köschinger Forst und in guter Erinnerung bleibt vor allem eine sehr schmackhafte Kartoffelsuppe mit einem Eierlikörkuchen als Nachspeise. Anschließend erreichten wir ein Kleinod des Rokokos mit der Wallfahrtskirche St. Salvator in Bettbrunn. Die nächsten beiden Tage begleitete uns weiterhin viel Sonnenschein bis wir in Pfünz das Altmühltal erreichten und die letzte kurze Tagestour in Eichstätt beendeten. Ausgerechnet bei Beginn der humorvoll gestalteten Stadtführung durch das Barockensemble mit dem Dom fing es zu regnen an. Nachdem wir im historischen Lokal mit dem bezeichnenden Namen „Paradies" zu Mittag gegessen hatten, stiegen wir wieder bei Sonnenschein in den Zug ein, der uns alle wohlbehalten nach Hause brachte.

Trotz mancher Strapazen war diese Pilgerwanderung durch fast unberührte Natur und Stille für die Gruppe wieder ein nachhaltiges Erlebnis und eine Kraftquelle besonderer Art. Bedanken möchten wir uns noch einmal bei Uli und Gabriele für die liebevolle Betreuung, sowie bei Elisabeth und Willi für den Gepäcktransport. Zu guter Letzt nochmals vielen Dank für die finanzielle Unterstützung durch den Verein „Maria und Christoph".